![]() Olympic-Nationalpark, Washington |
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Geschichte |
Die
prähistorischen Menschen, die seit Jahrtausenden die
Olympic-Halbinsel bewohnten, lebten an der fruchtbaren und fischreichen
Küste. Das mächtige Gebirge in ihrem Rücken war ihnen
ungeheuer und ein gemiedener Ort. Der Spanier Juan Perez war 1774 der
erste Weiße, der von dem Gebirge, dessen höchste Erhebung er
Santa Rosalia nannte, bekanntermaßen Notiz nahm. Der
Engländer John Mears, der mit Pelzjägern in die Gegend
gekommen war, benannte den Gipfel 1788 in Mount Olympus um. Die
Pelzjäger rotteten die Seeotter aus. Dann verließen sie die
Olympic-Halbinsel. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet geologisch erforscht und vermessen. Die ersten Stimmen für die Schaffung eines Naturreservates wurden 1890 laut. Im Jahre 1897 wurde zum Schutz des Regenwaldes der Olympic Forest Preserve geschaffen. Das Schutzgebiet war jedoch klein und die staatliche Kontrolle wirkungslos. 1906 erklärte der damalige US-Präsident Theodore Roosevelt, ein passionierter und äußerst erfolgreicher Großwildjäger, aber auch ein hochverdienter Naturschützer, einen Teil des heutigen Parkgebiets zum Mount Olympus National Monument. Roosevelt wollte damit die nach ihm benannten Roosevelt-Hirsche vor der Ausrottung schützen; diese großen Hirsche waren von professionellen Jägern allein der Zähne wegen, die etwas Geld einbrachten, zu Tausenden abgeschlachtet worden. Die Umwandlung des National Monuments in den gebietsmäßig erweiterten Olympic-Nationalpark erfolgte 1938. Der Schaffung des Nationalparks war ein 23 jähriger Kampf des Direktors des National Park Service, Stephen Mather, und dessen Assistenten und Amtsnachfolger Horace Albright gegen den mehrheitlich aus sogenannten Utilitaristen zusammengesetzten US-Kongreß vorausgegangen. Die Utilitaristen brachten (und bringen) wenig Verständnis auf für den Schutz wirtschaftlich nutzbaren Landes bloß seiner Schönheit wegen. Diese Denkweise hat die Realisation vieler Naturschutzprojekte um Jahre hinauszögert oder gänzlich verhindert. |
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Geologie |
Die
Entstehungsgeschichte der Olympic Mountains steht in engem Zusammenhang
mit plattentektonischen Vorgängen vor der nordamerikanischen
Westküste in den vergangenen 65 Mio Jahren (siehe auch 'Geologie'
Redwood NP). Seit rund 180 Mio Jahren wandert die nordamerikanische
Platte in Richtung Westen bzw. Nordwesten. Ein Teil der Pazifikplatte,
die kleine, fast vollständig unter dem Kontinent verschwundene
Juan-de-Fuca-Gorda-Platte, wird von der westlich im Pazifik
verlaufenden Ostpazifischen Schwellenzone her gegen die
Kontinentalscholle gestoßen, wo sie teilweise unter den
Kontinentalrand abtaucht (Subduktion) und aufgeschmolzen wird. Die
oberen Gesteinsschichten der Ozeanplatte kollidieren jedoch mit der
Kontinentalscholle, werden dabei gehoben, gefaltet, überschoben,
verworfen und an den Kontinent angelagert bzw. über den
Schollenrand geschoben. Ein derartiges Kollisions- und
Überschiebungsgebirge - ein klassisches Küstengebirge -
bilden die Olympic Mountains. Da sich Gebirgsbildung und Verwitterung über die Jahrmillionen hinweg ungefähr die Waage hielten, dürften die Olympic Mountains nie wesentlich höher gewesen sein als heute. Mount Olympus, die höchste Erhebung, ist 2428 m hoch. Die Westseite der Olympic Mountains ist eine der niederschlagsreichsten Gegenden Nordamerikas. Die großen Niederschlagsmengen, die die feuchten pazifischen Luftmassen alljährlich in Form von Regen (5 m) und Schnee (15 m) herantragen, beschleunigen die Verwitterung erheblich. Die riesigen Gletschermassen der Eiszeit. die hier vor etwa 12'000 Jahren zu Ende ging, haben die Landschaft augenfällig mitgeprägt. |
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Tierwelt |
Roosevelt-Hirsche,
Rehe, Schwarzbären, Luchse, Kojoten, Waschbären, Stinktiere
und der sehr altertümliche, mit dem Biber nicht verwandte
Bergbiber (Aplodontia), ferner Marder, Nerze, Murmeltiere, Schneehasen,
Flußotter und Robben sind neben den allgegenwärtigen
Hörnchen aller Art die verbreitetsten Säugetiere des Parks.
Der Wolf wurde um 1930 ausgerottet. Die wenigen Berglöwen
(mountain lion) leben sehr zurückgezogen, und die Chance, dieser
scheuen Großkatze zu begegnen, sind äußerst gering.
Ein besonderes Schauspiel sind die Grauwale, die auf ihrer
Herbstmigration von der Arktis zum Golf von Kalifornien, wo die Jungen
geboren werden, in größeren Schulen nahe an der Küste
vorbeiziehen; die Rückwanderung nach Norden im Frühjahr
erfolgt weiter draußen auf dem offenen Meer. Der Park ist reich an Wasser- und Strandvögeln. Einige sind Ganzjahres-, viele Dreivierteljahresbewohner, die die Sommermonate in arktischen und subarktischen Regionen verbringen, wo sie auch brüten. Verschiedene Greifvögel, unter ihnen der Weißkopfseeadler und der Wanderfalke, sind im Park heimisch. Fasane und Wachteln (quail) - letztere in Großfamilienstärke - überqueren zuweilen die Parkstraßen. Rauhfußhühner, Eisvögel, Spechte, Rabenvögel, Sänger und Waldsänger, Tyrannen, Zaunkönige, Seidenschwänze, Ammern und Neuwelt-Sperlinge aller Art sind weitere der 180 festgestellten Vogelarten. Erwähnt seien sodann die Amphibien und die reiche Tierwelt der Gezeitentümpel an der Küste. |
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Pflanzenwelt |
Mit zunehmender Höhenlage nehmen Temperatur und Luftfeuchtigkeit und damit die Größe der Bäume ab. Auf 600 m Höhe wird der Nadelwald wesentlich dichter. Die hier wachsenden Gebirgsstroben, Pazifischen Weißtannen, Douglastannen und Westlichen Hemlocks haben durchschnittliche Dimensionen. Bei einer Höhe von über 1000 m wandelt sich das Landschaftsbild erneut. Kleinere Bestände von Berghemlocks wechseln ab mit blumenbespickten Matten. Es ist dies die Art (subalpiner) Landschaft, die die Pioniere als 'Park' bezeichneten. Über der Baumgrenze, auf einer Höhe von etwa 1500 m, wird die Vegetation alpin bzw. subarktisch: wenige Zentimeter hohe, der großen Trockenheit und Kälte und dem humusarmen Boden trotzende Gewächse wie Flechten und Moose sowie einige kleinwüchsige, farbintensive Bergblumen. |
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Aktivitäten |
WANDERN
Insgesamt stehen dem
Besucher fast 1000 km Wanderwege zur Verfügung, die in alle Teile
des Parkes führen. Es können verschiedene lohnende Lehrpfade
und viele kurze Wanderrouten gewählt werden (siehe
'Sehenswertes'). An ausgedehnten Wanderrouten befinden sich kleine
primitive Zeltplätze und einige Unterstände. Die Mitnahme
eines Regenschutzes wird stets empfohlen. In den Besucherzentren sind
Wanderführer erhältlich, in denen viele Parkrouten
beschrieben sind. BERGSTEIGEN Einige Berge sind für Bergbesteigungen geeignet. Parkranger erteilen Auskunft über die Möglichkeiten zu den verschiedenen Jahreszeiten. Beliebt ist die Besteigung des 2428 m hohen, eis- und schneebedeckten Mount Olympus. REITEN In der Umgebung des Parkes können Pferde gemietet werden. Einige kommerzielle Unternehmen bieten mehrtägige Reittouren im Nationalpark an. Parkranger informieren über die Reitmöglichkeiten im Parkgebiet. BOOTFAHREN Motorboote sind auf den großen Seen und auf bestimmten Abschnitten der größeren Flüsse gestattet. Kanus. Kajaks und Schlauchboote sind auf vielen weiteren Gewässern zugelassen. Für Informationen über befahrbare Gewässer und deren Wasserstand stehen Parkranger zur Verfügung. ANGELN Einige Gewässer des Parkes bieten sehr guten Angelmöglichkeiten. Eine Lizenz ist nicht erforderlich, außer zum Angeln von Salmen und Steelhead-Forellen, für die man eine Lizenz des Staates Washington benötigt. Die vom Park erlassenen Angelvorschriften sind zu beachten. VERANSTALTUNGEN An mehreren Orten im Park werden von Frühjahr bis Herbst täglich begleitete Wanderungen, einfache naturkundliche Lehrgänge und Kinderprogramme durchgeführt. Abends halten Ranger in den Campingplätzen unter freiem Himmel Lichtbildervorträge. |
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Sehenswertes |
Zum
Deer Park Von der Stadt Port Angeles aus, vorbei am Hauptbesucherzentrum In die stillen Täler des Boulder Creek Lake Crescent Durch den Hoh Rain Forest Nach Queets |
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Tierbeobachtung |
In der
Umgebung des Heat o'Hills CG In der Umgebung der Elwah-Rangerstation Flußotter und gelegentlich Schwarzbären sind bei den Sand Point Beaches An der Straße, die dem Hoh River |
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Camping |
17 mittlere bis große Camping- und Zeltplätze, die mit Fahrzeugen zugänglich und über den ganzen Park verstreut angelegt sind, stehen den Besuchern zur Verfügung. Große und gut ausgebaute Plätze sind der Heart of the Hills mit 100, der Fairholm mit 90, der Soleduck mit 84, der Mora mit 91, der Hoh Rain Forest mit 95, der Kalaloch mit 195, der Graves Creek mit 45 und der Staircase Campground mit 50 Einheiten. Die Camping- und Zeltplätze der unteren Lagen sind ganzjährig, die der höheren von Mai bis September offen. Im Hinterland sind in regelmäßigen Abständen kleine primitive Zeltplätze und einige Unterstände angelegt bzw. errichtet worden. | |||
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Hotels / Essen |
Hotels mit Restaurants befinden sich bei Kalaloch und am Lake Crescent. Mahlzeiten und kleine Imbisse sind beim Fairholm-Besucherzentrum bei Soleduck und im Hurricane Ridge Lodge erhältlich. Weitere Hotels und Restaurants sowie Lebensmittelgeschäfte stehen in den umliegenden Ortschaften zur Verfügung. | |||
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Anreise |
Der Park liegt 180 km nordwestlich von Tacoma und 240 km westlich von Seattle (beide Washington). Portland (Oregon) - wie Seattle-Tacoma - mit Großflughafen und vielen Autoverleihfirmen, liegt 330 km südlich des Parkes. Der kleine Flughafen von Port Angeles nördlich des Parkes (mit Autovermietungen) wird von Seattle aus planmäßig angeflogen. Öffentliche Busse verkehren um den Park herum auf der US 101, nicht aber im Park. | |||
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Klima / Reisezeit |
Das Klima auf der Westseite des Parkes zeichnet sich aus durch jährliche Niederschlagsrekorde. Mount Olympus ist entsprechend häufig wolkenverhangen. Die Winter sind mild, die Sommer warm, mit kühlen Nächten und etwas geringeren Niederschlägen. Die Ostseite ist bedeutend trockener, mit größeren Temperaturschwankungen. Der Park ist das ganze Jahr offen. Hauptbesucherzeit ist Juni bis September. | |||
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Anschrift / Info |
Das
Hauptbesucherzentrum des Parkes befindet sich am Südrand der Stadt
Port Angeles; es ist das ganze Jahr offen. Zwei kleinere Zentren
befinden sich bei Fairholm am Lake Crescent und im Hoh Rain Forest.
Für Auskünfte und die Erteilung von Bewilligungen stehen auch
die Angestellten der verschiedenen Rangerstationen zur Verfügung Olympic National Park 600 East Park Avenue Port Angeles, Washington 98362-6798 USA |
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Links |
Olympic-Nat.Park | Offizielle Home Page des Nationalparks | ||